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Bergsteigen

Klettersteige

Inzwischen zur eigenen alpinen Disziplin geworden und bei Abenteuerurlaubern und Wanderfreunden immer mehr beliebt ist das Klettersteigen.

Ein Klettersteig ist ein Kletterweg an einem meist natürlichen Fels. Eisenleitern und –stifte sowie Klammern als Trittstufen und Stahlseile sichern den Weg. Durch diese Hilfen wurden auch schwierige Felsen für ungeübte Kletterer begehbar. Inzwischen wurde das Klettersteigen auch zu einer eignen alpinen Disziplin. Zur Fortbewegung beim Bergsteigen dient das in den Felsen gehauene Eisen. Bei sehr erfahrenen Kletterern allerdings, die eine völlig freie Route klettern wollen, dient das Eisen lediglich zur Sicherung. Ein weltweitverbreiteter Name für den Klettersteig ist auch „Via Ferrata“. Wörtlich übersetzt bedeutet Via Ferrata „Eisenweg“ und stammt aus dem Italienischen.

Klettersteige weltweit

Inzwischen ist das Klettern mit Hilfe eiserner Haken und Felstritten auf der ganzen Welt verbreitet. Schon vor Jahrhunderten wurden Leitern und ähnliche Vorrichtungen in Felsen gebaut, um einen Weg zwischen zwei Dörfern zu haben. Allerdings waren diese eiserne Wege zuerst reine Wirtschaftswege und wurden erst später touristisch erschlossen. Die ersten Klettersteige Europas wurden 1843 am Dachstein erbaut, mit Eisenzapfen, Handhaken und eingemeißelten Tritten als Hilfen für den Aufstieg. 1873 stellte man einen "Eisenweg" auf die Zugspitze fertig und die Pyrenäen bekamen 1881 eiserne Aufstiegshilfen. Der Heilbronner Weg war 1899 einer der ersten eisernen Bergsteiger-Hilfen in Deutschland. 1903 rüstete man auch die Dolomiten mit Eisen als Aufstiegshilfen aus.

Heutzutage findet man in nahezu jedem größeren Gebirge Klettersteige. Ein beliebtes Ziel zum Bergsteigen in Deutschland ist die Zugspitze in Bayern. Nahe den Grenzen finden sich natürlich auch in den Ostalpen gute Klettermöglichkeiten. Über die Grenzen hinaus laden in Europa vor allem die Dolomiten zum Bergsteigen ein. Auch der Kaukasus ist aufgrund seiner Höhe, eines der beliebtesten Ziele zum Klettern. Kurze Klettersteige findet man in kleineren Gebirgen, wie beispielsweise den Pyrenäen. Diese sind durch ihre Kürze vor allem für Anfänger empfehlenswert. Die geübten Kletterer finden natürlich im Himalaya mit dem weltberühmten Mount Everest und am höchsten Berg von Afrika, dem Kilimandscharo, längere und anspruchsvollere Klettersteige. Die weite Reise und der anstrengendere Aufstieg lohnen sich alleine wegen der atemberaubenden Aussicht, die man von den Gipfeln hat.

Schwierigkeitsstufen und Ausrüstung

Nach vielen Skalierungen der Schwierigkeitsgrade, setzte sich die Skala mithilfe der Buchstaben A bis E durch. Bei der Erstellung dieser Skala sind viele Faktoren beachtet worden, wie zum Beispiel der Höhenunterschied. Auch Ratschläge zur optimalen Sicherung werden gegeben. Hier nur ein Auszug aus der gängigen Skala: A ist die niedrigste Stufe, die als wenig schwierig bei Felsen mit leichter Steigung gilt. Mit B werden mäßig schwierige Strecken in einem steileren Felsgelände ausgewiesen. C stuft schwierige Touren bei steilem bis sehr steilem Gelände ein. D gilt als sehr schwierig bei senkrechtem Felsengelände und mit E sind die extrem schwierigen Strecken bei überhängenden Felsen eingestuft. Anfänger sollten möglichst Felsen der Kategorie A und B probieren, Stufe E sollten nur wirklich geübte Kletterer besteigen.

Eine geeignete Klettersteigausrüstung ist in jeder Kategorie empfehlenswert, bei den Stufen C und E aber obligatorisch. Zu solch einer Klettersteigausrüstung zählen ein Klettergurt und ein geprüfter Bergsteigerhelm sowie ein Klettersteigset und Kletterhandschuhe. Außerdem sollte man, wie bei jeder Wanderung, wetterfeste Kleidung, festes Schuhwerk, Witterungsschutz und Proviant mitnehmen. Manche Klettersteige erfordern auch spezielle Kletterschuhe, da keine großen, oder nur künstliche Felstritte vorhanden sein können.