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Bergsteigen

Tipps und Tricks zur Höhen-Akklimatisation

Die Höhenkrankheit, die schon ab Berghöhen von 2.500 Metern auftreten kann, ist bei Bergsteigern und Wanderern gefürchtet. Welche Regeln sollte man beachten, wenn man erfolgreich große Höhen erklimmen will?

Ab einer Berghöhe von rund 2.500 Metern führt die niedrigere Sauerstoffkonzentration in der Luft dazu, dass der menschliche Organismus Probleme mit der verminderten Sauerstoffzufuhr bekommt. Die Unterversorgung mit Sauerstoff bewirkt unter Umständen dann die sogenannte Höhenkrankheit, vor der auch erfahrene Bergsteiger nicht gefeit sind. Der Körper beweist sich jedoch unter Extrembedingungen als enorm anpassungsfähig. Wenn man beim Bergsteigen vorsichtig gewisse Regeln beachtet, gelingt es, den Körper an Höhen von bis zu 7.000 Meter auch für längere Zeit zu gewöhnen.

Was sollte man beim Aufstieg beachten?

Grundsätzlich liegen einer erfolgreichen Akklimatisierung des Körpers komplexe physiologische Anpassungsvorgänge zugrunde, die vor allem Zeit brauchen. Unter anderem erhöhen sich dabei das Atemvolumen und der Anteil der roten Blutkörperchen, welche somit den Sauerstoff effizienter binden können. Die Regeln für eine erfolgreiche Akklimatisation sind im Prinzip für alle Menschen gleich. Das Alter, die Fitness und die Erfahrung des Bergsteigers spielen primär keine große Rolle. Allerdings wurde beobachtet, dass sich erfahrene Bergsteiger besser an die Höhen gewöhnen können, vielleicht weil ihr Körper die Vorgänge der Akklimatisation schneller wieder abruft.

Krankheiten und Drogeneinnahmen, sowie mangelnde Nahrungs- und Flüssigkeitszufuhr erhöhen die Wahrscheinlichkeit, Symptome der Höhenkrankheit zu entwickeln. Wenn sich diese Symptome, wie Hyperventilation, Kopfschmerzen, Übelkeit und Schlafprobleme, bemerkbar machen, sollte man erst einmal nicht weiter aufsteigen oder sogar wieder ein Stück absteigen. Es handelt sich um Warnzeichen dafür, dass sich der Körper noch nicht ausreichend an die Höhe gewöhnt hat. Bei Nichtbeachtung baut der Körper weiter ab und die Höhenkrankheit kann zu einem Höhenlungenödem, d.h. einer Wasseransammlung in der Lunge, oder einem Höhenhirnödem, einer Wasseransammlung im Gehirn führen. Beide Stadien sind lebensgefährlich.

Die goldenen Regeln der Höhen-Akklimatisation

Zunächst einmal ist es wichtig, nicht zu schnell aufzusteigen. Mehr als 300 bis 500 Höhenmeter pro Tag sollte man nicht überwinden. Alle zwei oder drei Tage ist es ratsam einen Ruhetag zur Akklimatisation einzulegen, an dem man die Höhe nicht weiter steigert. Entscheidend ist dabei die Schlafhöhe. So ist es zum Beispiel beim Bergwandern auf großen Höhen empfehlenswert, das Nachtlager auf einer tieferen Ebene aufzuschlagen. Zu vermeiden ist es, Hilfen wie Flugzeuge oder Lifte zu benutzen, die schlagartig große Höhenunterschiede überbrücken. Man muss ausreichend Wasser oder elektrolytreiche Flüssigkeiten trinken - mindestens zwei Liter am Tag - und möglichst kohlenhydratreiche Nahrung zu sich nehmen. Auf Alkohol und Schlaf- bzw. Schmerztabletten sollte man unbedingt verzichten. Bei einer erfolgreichen Akklimatisation kehrt der Körper in den Ruhepuls zurück, ist zu Ausdauerleistungen in normalem Ausmaß fähig und es macht sich kein verminderter Harndrang bemerkbar.